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 G.W.F.Hegel                                                                                                                hegeleliforp03Enzyklopädie der philosophischen Wissenschaften im Grundrisse

 

b. Kohäsion

§ 295

In der Kohäsion setzt die immanente Form eine andere Weise des räumlichen Nebeneinanderseins der materiellen Teile, als durch die Richtung der Schwere bestimmt ist. Diese somit spezifische Weise des Zusammenhalts des Materiellen ist erst am Verschiedenen überhaupt gesetzt, noch nicht zu in sich beschlossener Totalität (Gestalt) zurückgegangen; sie kommt somit nur gegen gleichfalls verschiedene, und kohärent verschiedene, Massen zur Erscheinung und zeigt sich daher als eine eigentümliche Weise des Widerstands im mechanischen Verhalten gegen andere Massen.

Zusatz.
Das bloß mechanische Verhalten ist Druck und Stoß, wie wir sahen; in diesem Druck und Stoß agieren die Körper jetzt nicht nur als Massen wie beim mechanischen Verhältnis, sondern unabhängig von dieser Quantität zeigen sie eine besondere Weise, sich zu erhalten, sich in eins zu setzen. Die nächste Weise dieses Zusammenhaltens der materiellen Teile war die Schwere, daß die Körper einen Schwerpunkt haben; die jetzige Weise ist ein Immanentes, was sie nach ihrem besonderen Gewichte gegeneinander zeigen.
Kohäsion ist nun ein Wort, was in mehreren Naturphilosophien in sehr unbestimmtem Sinne gebraucht wird. Es ist nämlich viel über die Kohäsion geschwatzt worden, ohne daß es über das Meinen und ein dunkles Vorschweben des unbestimmten Begriffes hinauskam. Die totale Kohäsion ist der Magnetismus, welcher erst bei der Gestalt vorkommt. Die abstrakte Kohäsion ist aber noch nicht der Schluß des Magnetismus, welcher Extreme unterscheidet und ihren Einheitspunkt ebenso setzt, so aber, daß beides voneinander unterschieden ist. Der Magnetismus gehört um deswillen auch noch nicht hierher. Dennoch hat Schelling Magnetismus und Kohäsion zusammengefaßt, obgleich derselbe eine ganz andere Stufe ist.
Der Magnetismus ist nämlich Totalität in sich, wenngleich noch abstrakte; denn er ist zwar linear, aber Extreme und Einheit entwickeln sich doch schon als Unterschiede. Das ist noch nicht der Fall bei der Kohäsion, die zum Werden der Individualität als Totalität gehört, der Magnetismus dagegen zur totalen Individualität. Die Kohäsion ist daher auch noch mit der Schwere in Kampf, noch ein Moment der Determination gegen die Schwere, noch nicht totale Determination gegen die Schwere.

§ 296

Diese Formeinheit des mannigfaltigen Außereinander ist an ihr selbst mannigfaltig. α) Ihre erste Bestimmtheit ist der ganz unbestimmte Zusammenhalt, insofern Kohäsion des in sich Kohäsionslosen, daher die Adhäsion mit anderem. β) Die Kohärenz der Materie mit sich selbst ist zunächst die bloß quantitative,
- die gemeine Kohäsion, die Stärke des Zusammenhalts gegen Gewicht, - ferner aber die qualitative, die Eigentümlichkeit des Nachgebens und ebendamit des sich selbständig in seiner Form Zeigens gegen Druck und Stoß äußerer Gewalt. Nach der bestimmten Weise der Raumformen produziert die innerlich mechanisierende Geometrie die Eigentümlichkeit, eine bestimmte Dimension im Zusammenhalte zu behaupten: die Punktualität, - Sprödigkeit; die Linearität, - Rigidität überhaupt und näher Zähigkeit; die Flächenhaftigkeit, - Dehnbarkeit, Hämmerbarkeit.

Zusatz.
Die Adhäsion, als die passive Kohäsion, ist nicht das Insichsein, sondern die größere Verwandtschaft mit anderem als mit sich selbst, wie das Licht Scheinen in einem Anderen ist. Daher und näher wegen der absoluten Verschiebbarkeit seiner Teile adhäriert auch das Wasser, als das Neutrale, d. h. es macht naß. Sonst adhärieren auch harte Körper, die bestimmt in sich Kohäsion haben, insofern ihre Oberflächen nur nicht rauh, sondern vollkommen glatt sind, so daß alle Teile derselben in vollständige Berührung miteinander treten können, weil alsdann eben diese Oberflächen keinen Unterschied, sowenig an ihnen selbst als gegen das Andere, das auch glatt ist, haben und beides sich also identisch setzen kann. Glatte Glasflächen z. B. adhärieren sehr stark, besonders wenn man durch dazwischen gegossenes Wasser alle etwaigen Rauhigkeiten der Oberflächen noch vollkommen ausfüllt; man braucht dann ein großes Gewicht, um sie wieder auseinanderzureißen. Daher sagt Gren (Physik, § 149-150)88) :
"Die Stärke der Adhäsion hängt überhaupt von der Menge der Berührungspunkte ab." Die Adhäsion hat verschiedene Modifikationen: z. B. Wasser in einem Glase hängt sich an die Wände und steht an den Wänden höher als in der Mitte; in einem Haarröhrchen steigt das Wasser ganz von selbst in die Höhe usf.
Was aber die Kohäsion mit sich selbst als das bestimmte Insichsein betrifft, so ist die Kohärenz, als mechanische Kohäsion, nur das Zusammenhalten einer homogenen Masse in sich selbst gegen das Setzen eines Körpers in derselben, d. h. ein Verhältnis ihrer Intensität zum Gewicht desselben. Wenn also eine Masse durch ein Gewicht gezogen oder gedrückt wird, so wirkt sie mit einem Quantum von Ansichsein entgegen. Die Größe des Gewichts entscheidet, ob die Masse ihre Kohärenz behält oder sie aufgibt; Glas, Holz usw. kann also eine gewisse Anzahl Pfunde tragen, ehe es bricht, wobei es nicht nötig ist, daß in der Richtung der Schwere gezogen werde. Die Reihenfolge der Körper in Hinsicht auf die Kohärenz steht in keinem Verhältnis mit ihrer Reihenfolge in bezug auf die spezifische Schwere; Gold und Blei sind z. B. spezifisch schwerer als Eisen und Kupfer, aber nicht so fest.89) Auch ist der Widerstand, den ein Körper dem Stoße leistet, anders, als wenn er nur in einer Richtung zu widerstehen hat, in der nämlich, wonach der Zug geht; das Brechen, Stoßen geschieht dagegen in der Richtung eines Winkels, ist also eine Flächenkraft, und daher kommt die unendliche Kraft des Stoßes.
Die eigentliche qualitative Kohäsion ist ein Zusammenhalten der homogenen Massen durch immanente, eigentümliche Form oder Begrenzung, welche sich hier als die abstrakten Dimensionen des Raums expliziert. Die eigentümliche Gestaltung kann nämlich keine andere sein als eine Weise bestimmter Räumlichkeit, die der Körper an sich zeichnet. Denn die Kohärenz ist die Identität des Körpers in seinem Außereinander, die qualitative Kohärenz ist also eine bestimmte Weise des Außereinanderseins, d. h. eine Raumdetermination. Diese Einheit ist in der individuellen Materie selbst, als ein Zusammenhalten gegen die allgemeine Einheit, welche sie in der Schwere sucht. Die Materie erhält jetzt nach vielerlei Seiten eigentümliche Richtungen in sich selbst, die von der nur vertikalen Richtung der Schwere verschieden sind. Diese Kohäsion, obgleich Individualität, ist aber zugleich noch bedingte Individualität, weil sie nur durch das Einwirken von anderen Körpern zum Vorschein kommt; sie ist noch nicht die freie Individualität als Gestalt, d. h. noch nicht die Individualität als Totalität ihrer durch sie gesetzten Formen. Die totale Gestalt nämlich ist da, mechanisch bestimmt, mit solchen Seiten und Winkeln. Hier aber ist der Charakter der Materie nur erst die innere Gestalt derselben, d. h. eben eine solche, die noch nicht in ihrer Bestimmtheit und Entwicklung da ist.
Dies erscheint dann wieder so, daß sie nur durch ein Anderes ihren Charakter zeigt. Die Kohärenz ist also nur eine Weise des Widerstands gegen Anderes, eben weil ihre Bestimmungen nur einzelne Formen der Individualität sind, die noch nicht als Totalität hervortreten. - Der spröde Körper läßt sich nicht hämmern, dehnen, noch lineare Richtung geben, sondern erhält sich als Punkt und ist nicht kontinuierlich; es ist dies die innerlich gestaltete Härte. Das Glas ist so spröde, es springt; ebenso ist das Brennliche im allgemeinen spröde. Der Stahl unterscheidet sich auch vom Eisen dadurch, daß er spröde ist, einen kernigen Bruch hat; ebenso das Gußeisen. Schnell abgekühltes Glas ist ganz spröde, langsam abgekühltes nicht so; zerbricht man das erste, so erhält man Staub. Metalle sind dagegen mehr das Kontinuierliche in sich; aber eins ist auch mehr oder weniger spröde als das andere. - Der zähe Körper zeigt Fasern, bricht nicht, sondern bleibt noch zusammenhängend; das Eisen kann so in Draht ausgedehnt werden, aber auch nicht jedes; geschmiedetes Eisen ist geschmeidiger als gegossenes und besteht als Linie fort. Das ist die Streckbarkeit der Körper. - Die dehnbaren Körper endlich lassen sich zu Platten schlagen; es gibt Metalle, die zu Flächen gehämmert werden können, während andere springen. Eisen, Kupfer, Gold, Silber können zu Platten ausgearbeitet werden; sie sind das Weiche, das nachgibt, weder spröde noch zäh ist. Es gibt Eisen, was nur in Flächen, anderes, was nur in der Linie, anderes, wie Gußeisen, was sich nur als Punkt erhält.
Da die Fläche Oberfläche wird oder in ihr der Punkt zum Ganzen wird, so ist die Hämmerbarkeit überhaupt wieder Dehnbarkeit des Ganzen, - ein ungestaltetes Inneres, das seinen Zusammenhalt überhaupt als Zusammenhang der Masse behauptet. Es ist zu bemerken, daß diese Momente nur einzelne Dimensionen sind, deren jede Moment des realen Körpers als eines gestalteten ist, die Gestalt ist aber unter keinem einzelnen derselben.

§ 297

γ) Das Körperliche, gegen dessen Gewalt ein Körperliches im Nachgeben zugleich seine Eigentümlichkeit behauptet, ist ein anderes Körperindividuum. Aber als kohärent ist der Körper auch an ihm selbst außereinanderseiende Materialität, deren Teile, indem das Ganze Gewalt leidet, gegeneinander Gewalt ausüben und nachgeben, aber als ebenso selbständig die erlittene Negation aufheben und sich herstellen. Das Nachgeben und darin die eigentümliche Selbsterhaltung nach außen ist daher unmittelbar verknüpft mit diesem inneren Nachgeben und Selbsterhalten gegen sich selbst, die Elastizität.

Zusatz.
Die Elastizität ist die Kohäsion, die sich in der Bewegung darstellt, das Ganze der Kohäsion.
Wir hatten die Elastizität schon im ersten Abschnitt, bei der Materie überhaupt, wo mehrere Körper, indem sie einander Widerstand leisten, sich drücken und berühren, ihre Räumlichkeit negieren, sie aber auch ebenso wiederherstellen; das war die abstrakte Elastizität, die nach außen gehende. Hier ist die Elastizität die innere des sich individualisierenden Körpers.

§ 298

Es kommt hier die Idealität zur Existenz, welche die materiellen Teile als Materie nur suchen, der für sich seiende Einheitspunkt, in welchem sie, als wirklich attrahiert, nur negierte wären.
Dieser Einheitspunkt, insofern sie nur schwer sind, ist zunächst außer ihnen und so nur erst an sich; in der aufgezeigten Negation, welche sie erleiden, ist diese Idealität nun gesetzt. Aber sie ist noch bedingt, die nur eine Seite des Verhältnisses, dessen andere Seite das Bestehen der außereinanderseienden Teile ist, so daß die Negation derselben in ihr Wiederherstellen übergeht. Die Elastizität ist daher nur Veränderung der spezifischen Schwere, die sich wiederherstellt.

Wenn hier und sonst von materiellen Teilen die Rede ist, so sind nicht Atome, noch Moleküle, d. h. nicht abgesondert für sich bestehende zu verstehen, sondern nur quantitativ oder zufällig unterschiedene, so daß ihre Kontinuität wesentlich von ihrer Unterschiedenheit nicht zu trennen ist; die Elastizität ist die Existenz der Dialektik dieser Momente selbst. Der Ort des Materiellen ist sein gleichgültiges bestimmtes Bestehen; die Idealität dieses Bestehens ist somit die als reelle Einheit gesetzte Kontinuität, d. i. daß zwei vorher außereinander bestehende materielle Teile, die also als in verschiedenen Orten befindlich vorzustellen sind, jetzt in einem und demselben Orte sich befinden. Es ist dies der Widerspruch, und er existiert hier materiell. Es ist derselbe Widerspruch, welcher der Zenonischen Dialektik der Bewegung zum Grunde liegt, nur daß er bei der Bewegung abstrakte Orte betrifft, hier aber materielle Orte, materielle Teile.
In der Bewegung setzt sich der Raum zeitlich und die Zeit räumlich (§ 260); die Bewegung fällt in die Zenonische Antinomie, die unauflöslich ist, wenn die Orte als Raumpunkte und die Zeitmomente als Zeitpunkte isoliert werden, und die Auflösung der Antinomie, d. i. die Bewegung, ist nur so zu fassen, daß Raum und Zeit in sich kontinuierlich sind und der sich bewegende Körper in demselben Orte zugleich ist und nicht, d. i. zugleich in einem anderen ist, und ebenso derselbe Zeitpunkt zugleich ist und nicht, d. i. ein anderer zugleich ist.
So ist in der Elastizität der materielle Teil, Atom, Molekül, zugleich als affirmativ seinen Raum einnehmend, bestehend gesetzt, und ebenso zugleich nicht bestehend, - als Quantum, in einem als extensive Größe und als nur intensive Größe.
- Gegen das Ineinssetzen der materiellen Teile in der Elastizität wird für die sogenannte Erklärung gleichfalls die oft erwähnte Erdichtung der Poren zu Hilfe genommen.
Wenn zwar sonst in abstracto zugegeben wird, daß die Materie vergänglich, nicht absolut sei, so wird sich doch in der Anwendung dagegen gesträubt, wenn sie in der Tat als negativ gefaßt, wenn die Negation an ihr gesetzt werden soll. Die Poren sind wohl das Negative - denn es hilft nichts, es muß zu dieser Bestimmung fortgegangen werden -, aber sind das Negative nur neben der Materie, das Negative nicht der Materie selbst, sondern da, wo sie nicht ist, so daß in der Tat die Materie nur als affirmativ, als absolut-selbständig, ewig, angenommen wird. Dieser Irrtum wird durch den allgemeinen Irrtum des Verstandes, daß das Metaphysische nur ein Gedankending neben, d. i. außer der Wirklichkeit sei, eingeführt; so wird neben dem Glauben an die Nicht-Absolutheit der Materie auch an die Absolutheit derselben geglaubt; jener findet außer der Wissenschaft statt, wenn er stattfindet; dieser aber gilt wesentlich in der Wissenschaft.

Zusatz.
Indem ein Körper sich im andern setzt und sie jetzt von einer gewissen Dichtigkeit sind, so wird erstens die spezifische Schwere dessen, in dem sich der andere setzt, verändert.
Das zweite Moment ist das Widerstandleisten, das Negieren, das sich abstrakt Verhalten; das dritte ist, daß der Körper reagiert und den ersten von sich abstößt. Das sind die drei Momente, die als Weichheit, Härte und Elastizität bekannt sind. Der Körper gibt jetzt nicht mehr bloß auf mechanische Weise nach, sondern innerlich durch Veränderung seiner Dichtigkeit; diese Weichheit ist die Kompressibilität.
Die Materie ist so nicht ein Bleibendes, Undurchdringliches. Indem das Gewicht des Körpers dasselbe bleibt und der Raum vermindert wird, so nimmt die Dichtigkeit zu; sie kann aber auch vermindert werden,
z. B. durch Wärme. Auch das Härten des Stahls, welches als Kontraktilität das Gegenteil der Elastizität ist, ist eine Zunahme der Dichtigkeit. Die Elastizität ist das Zurückgehen in sich selbst, um sich dann unmittelbar wiederherzustellen. Der kohärente Körper wird von einem anderen geschlagen, gestoßen, gedrückt; so wird seine Materialität als raumeinnehmend und somit seine Örtlichkeit negiert. So ist die Negation des materiellen Außereinander vorhanden, aber ebenso die Negation dieser Negation, das Wiederherstellen der Materialität. Dieses ist nicht mehr jene allgemeine Elastizität, so daß die Materie sich nur als Masse wiederherstellt; diese Elastizität ist vielmehr eine Reaktion nach dem Innern, - die immanente Form der Materie ist es, die darin ihrer qualitativen Natur nach sich geltend macht. Jedes Teilchen der kohärenten Materie geriert sich so als Mittelpunkt; es ist eine Form des Ganzen, die sich durch die Materie hindurchzieht und nicht an das Außereinander geknüpft, sondern flüssig ist. Wird nun ein Eindruck auf die Materie gemacht, d. h. erhält der Körper eine äußere Negation, welche seine innerliche Bestimmtheit berührt, so ist eine Reaktion im Innern des Körpers durch die spezifische Form desselben gesetzt und somit Aufhebung des mitgeteilten Eindrucks. Jedes Partikelchen hat einen eigentümlichen Ort durch die Form und ist das Erhalten dieses eigentümlichen Verhältnisses. In der allgemeinen Elastizität macht sich der Körper nur als Masse geltend; hier aber dauert die Bewegung in sich selbst fort, nicht als Reaktion nach außen, sondern als Reaktion nach innen, bis die Form sich wiederhergestellt hat. Das ist das Oszillieren und Schwingen des Körpers, was sich nun innerlich fortsetzt, wenn auch die abstrakte Wiederherstellung der allgemeinen Elastizität erfolgt ist; die Bewegung hat zwar von außen angefangen, der Anstoß hat aber die innere Form getroffen. Diese Flüssigkeit des Körpers in sich ist die totale Kohäsion.

§ 299

Die Idealität, die hierin gesetzt ist, ist eine Veränderung, die ein doppeltes Negieren ist.
Das Negieren des (außereinander) Bestehens der materiellen Teile wird ebenso negiert als das Wiederherstellen ihres Außereinanderseins und ihrer Kohäsion; sie ist eine Idealität als Wechsel der einander aufhebenden Bestimmungen, das innere Erzittern des Körpers in ihm selbst, - der Klang.

Zusatz.
Das Dasein dieses Schwingens in sich sieht anders aus als die Bestimmung, die wir hatten; das Sein-für-Anderes desselben ist der Klang, das ist das Dritte.

 

88) Friedrich Albert Karl Gren, Grundriß der Naturlehre, 3. Aufl. Halle 1797

89) *Schelling sagt in seiner Zeitschrift für spekulative Physik (Bd. II, Heft 2 [1801; "Darstellung meines Systems der Philosophie"], § 72): "Die Zu-und Abnahme der Kohäsion steht in einem bestimmten umgekehrten Verhältnis zu der Zu- und Abnahme des spezifischen Gewichts ... .
Das ideelle Prinzip" (Form, Licht) "liegt mit der Schwerkraft im Krieg, und da diese im Mittelpunkt das größte Übergewicht hat, so wird es ihr in der Nähe desselben auch am ehesten gelingen, beträchtliches spezifisches Gewicht mit Starrheit zu vereinigen, also A und B" (Subjektivität und Objektivität) "schon bei einem geringen Moment der Differenz unter ihre Herrschaft zurückzubringen. Je größer dieses Moment wird, desto mehr wird die spezifische Schwere überwunden, aber in desto höherem Grade tritt nun auch die Kohäsion ein, bis zu einem Punkte, wo mit abnehmender Kohäsion wieder die größere spezifische Schwere siegt und endlich beide zugleich und gemeinschaftlich sinken. So sehen wir nach Steffens [Henrik Steffens, 1773-1845, Naturphilosoph unter dem Einfluß Schellings] in der Reihe der Metalle die spezifische Schwere von Platin, Gold usw. bis auf Eisen fallen, die aktive Kohäsion aber steigen und in dem letzten ihr Maximum erreichen, hernach wieder einer beträchtlichen spezifischen Schwere weichen (z. B. im Blei) und endlich in den noch tieferstehenden Metallen zugleich mit dieser abnehmen." Das ist so aus der Luft gegriffen.
Die spezifische Schwere ist allerdings ein Aufschließen in Kohäsion. Wenn Schelling aber durch einen bestimmten Fortgang im Verhältnis der Kohäsion und der spezifischen Schwere auf den Unterschied der Kohäsion die Unterschiede der Körper überhaupt gründen will, so ist zu sagen, daß die Natur zwar Anfänge solchen Fortgangs darbietet, dann aber auch die anderen Prinzipien freiläßt, diese Eigenschaften als gleichgültige gegeneinander setzt und sich gar nicht auf so ein einfaches, bloß quantitatives Verhältnis beschränkt.

 

 

 

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