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manfred herok / idealismus quelltexte

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Hegel: Kultus

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C. Der Kultus

Die Abscheidung des Subjekts und Objekts hat erst im Willen ihre wirkliche Erscheinung.
Im Willen bin ich ein Wirklicher und frei für mich und setze mich so dem Gegenstand als einem anderen gegenüber, um ihn mir aus dieser Trennung heraus zu assimilieren.
Im Theoretischen ist noch diese unmittelbare Einheit, unmittelbares Wissen vorhanden;
im Kultus aber stehe ich auf der einen und Gott auf der andern Seite, und die Bestimmung ist nun, mich in Gott und Gott in mich zusammenzuschließen und diese konkrete Einheit hervorzubringen.
Oder bezeichnen wir jene erste, die theoretische Einheit als die Weise der Vorstellung des Seienden, Objektiven, so macht nun der Kultus gegen das feste Verhältnis, das als vorstellendes Bewußtsein von Gott als an und für sich seiendem theoretisch ist, insofern das praktische Verhältnis aus, als er den Gegensatz des Subjekts zum Gegenstand hat und insofern die Entzweiung mit dem Gegenstand aufhebt, welche erscheinen kann als in dem ersten Verhalten seiend. Hier ist nun zu betrachten die Seite der Freiheit, der Subjektivität, gegen die erste Seite, welche die des Seins ist.
Wir können so sagen: das Erste ist Gott in seinem Sein, das Zweite das Subjekt in seinem subjektiven Sein. Gott ist, ist da, d. h. hat Beziehung auf das Bewußtsein. So ist der Kultus selbst zunächst theoretisch, insofern er selbst, nach Aufhebung des Gegensatzes, die Vorstellung ebenso läßt. Gott ist bestimmt und so noch nicht der wahre Gott; insofern er nicht mehr bestimmt und beschränkt ist in seiner daseienden Erscheinung, ist er Geist, an und für sich seiende Erscheinung.
Zum Sein Gottes gehört daher Beziehung auf das Bewußtsein;
nur als abstrakter Gott ist er für dasselbe als Jenseits, als Anderes. Indem er in seiner Erscheinung ist,
wie er an sich ist, ist er an und für sich; in seine Erscheinung fällt daher das Bewußtsein und wesentlich Selbstbewußtsein, denn jedes Bewußtsein ist Selbstbewußtsein. Gott ist also wesentlich Selbstbewußtsein. Die Bestimmung des Bewußtseins fällt auch in das Erste, und das, was wir Vorstellung von Gott genannt haben, heißt auch ebenso Sein Gottes.

Das Wissen fällt so dem Kultus anheim, und die allgemeine Form, in der es demselben angehört, ist der Glaube.

 

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